Was bei einem Todesfall zu tun ist

Arzt rufen, Trauerfeier organisieren, Formalitäten regeln, Verträge kündigen – bei einem Todesfall kommt einiges auf die Angehörigen zu. Unsere Übersicht hilft Ihnen, an alles zu denken.

Statue auf dem Friedhof Enzenbühl in Zürich, die einen sterbenden, jungen Mann in den Armen einer Krankenschwester darstellt

Checkliste

Was Sie nicht vergessen dürfen:

  1. Hausarzt oder Notfallarzt rufen (bei Unfall, Suizid, Gewaltdelikt Polizei beiziehen), wenn zu Hause verstorben
  2. Bestatter und/oder Zivilstandsamt/Bestattungsamt/Gemeinde informieren
  3. Trauerfeier und Beisetzung mit Bestatter und/oder Zivilstandsamt/Bestattungsamt/Gemeinde organisieren
  4. Angehörige/Arbeitgeber/Freunde/Bekannte benachrichtigen und einladen (mündlich, mittels Zeitung und/oder Leidzirkular)
  5. Formalitäten regeln
  6. ev. Lebenslauf / Nachruf schreiben (oder schreiben lassen)
  7. Bestattung und/oder Trauerfeier (allenfalls mit Leidmahl) gemäss Bestattungswünschen begehen
  8. Erbschaftsamt/Teilungsamt/Inventaramt/Versieglungsamt (allenfalls Notar beiziehen)
  9. Private Abmeldungen und Kündigungen vornehmen
  10. Danksagung (in Zeitung und/oder Danksagungskarten)

Sprechen Sie zu Lebzeiten mit Ihrer Familie oder anderen Ihnen nahestehenden Menschen über Ihre Wünsche zu Bestattung und Trauerfeier. Unsere Ratschläge zum Thema Letzter Wille helfen Ihnen dabei.

Das Wichtigste von A – Z

«Aussergewöhnlicher Todesfall»

Bei einem Unfall, Suizid oder einem Gewaltdelikt ist die Polizei (Tel. 117) zu verständigen.

AHV

Die AHV wird vom Zivilstandsamt/Gemeinde orientiert, um allenfalls Witwen-/Waisenrenten ab dem folgenden Monat zu entrichten, bzw. Altersrenten zu annullieren. Ein angefangener Monat wird voll ausbezahlt. Wir raten Ihnen, trotzdem die AHV telefonisch zu kontaktieren.

Aufbahrung

Bis zur Erdbestattung oder Kremation (es gelten gesetzl. Fristen) wird der Sarg geschlossen oder offen aufbewahrt. Die verstorbene Person wird zu Hause (das Bestattungsamt stellt eine Kühlvorrichtung zur Verfügung), im Heim/Spital, bei einem Bestatter oder auf dem Friedhof aufgebahrt.

Arzt

Der Tod wird vom behandelnden Hausarzt, Notfallarzt oder in Spitälern und Heimen vom zuständigen Arzt festgestellt und mit dem ärztlichen Todesschein bestätigt.

Bestattungsunternehmen

Wenden Sie sich an ein Bestattungsunternehmen Ihres Vertrauens. Sie haben keine Verpflichtung, eine bestimmte Firma zu beauftragen, auch wenn der Tod auswärts, wie zum Beispiel im Spital, in den Ferien oder bei einem Unfall eingetreten ist. Je nachdem, wo Sie wohnen, erledigt die Gemeinde/Zivilstandsamt/Bestattungsamt den Kontakt zum Bestattungsunternehmen.

Behörden und Ämter

Für die Angaben beim Zivilstandsamt wird benötigt:

  • ärztliche Todesbescheinigung
  • Anzeigeformular des Spitals/Alters- und Pflegeheims
  • sofern vorhanden Familienbüchlein/Familienausweis/Partnerschaftsausweis
  • Niederlassungsausweis/Schriftenempfangsschein

Wenn die verstorbene Person nicht Schweizer/-in war:

  • Niederlassungs- oder Ausländerausweis
  • Pass
  • Eheschein
  • Geburtsschein

Je nachdem wo Sie wohnen erledigen die amtlichen Formalitäten Bestattungsunternehmen oder die Angehörigen (Spital/Heim übermittelt i.d.R. die Todesbescheinigung und Anzeigeformular direkt).

Bestattungsvorsorge zu Lebzeiten

Es gibt verschiedene Formen eine Bestattungsvorsorge zu treffen. Sie können Ihren Willen schriftlich festhalten und bei Vertrauenspersonen oder einem Testamentvollstrecker deponieren oder Sie beauftragen ein Bestattungsunternehmen damit.

Blumenspenden

Kranz- und Blumenbestellungen können Sie direkt bei der Gärtnerei oder im Blumenladen aufgegeben. Bestattungsunternehmen beraten Sie und erledigen die nötigen Arbeitsschritte.

Danksagung, Danksagungskarten

In der Regel erscheint die Danksagung zwei bis vier Wochen nach der Beisetzung. Bestattungsunternehmen helfen bei der Texterstellung, dem Drucken von Danksagungskarten und bei der Disposition in der Zeitung.

Erdbestattung oder Kremation

Bei der Wahl des richtigen Sarges sollte die Entscheidung für die Erd- oder Feuerbestattung feststehen. Aus feuerpolizeilichen Gründen kann nicht jeder Sarg für eine Einäscherung verwendet werden.

Einwohnergemeinde

Bei der Einwohnergemeinde oder beim Bestattungsamt werden Aufbahrung, Beerdigung oder Urnenbeisetzung angemeldet. Die Grabart ist festzulegen und das Grab muss termingerecht ausgehoben werden. Eine Bestattung darf nur mit der Bestattungsbewilligung des Zivilstandsamtes durchgeführt werden. Je nachdem wo Sie wohnen gehen Angehörige zum Bestattungsunternehmen, welches dann die Koordination erledigt oder die Angehörigen gehen zur Gemeinde/Zivilstandsamt/Bestattungsamt, wo die Koordination erfolgt.

Erbschaftsamt/Teilungsamt/Inventaramt

Nach jedem Todesfall wird über den Nachlass ein amtliches Inventar aufgenommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Testament, ein Ehevertrag oder ein Erbvertrag vorhanden ist. Die zuständige Person der Gemeinde wird sich kurze Zeit nach dem Todesfall mit Ihnen in Verbindung setzen. In besonderen Fällen, wenn zum Beispiel der Verdacht auf Steuerhinterziehung besteht oder die korrekte Teilung des Nachlasses gefährdet erscheint, kann die zuständige Behörde die sofortige Versiegelung des Nachlasses anordnen. Jeder Erbe kann ebenfalls die Versiegelung verlangen.

Einkleidung

Es ist möglich private Kleider anziehen zu lassen oder ein Sterbehemd. Die Sarginnenausstattung wird passend gewählt.

Einsargen

Bestatter nehmen i.d.R. die Erstversorgung (Toilette, ankleiden, einsargen) am Sterbeort vor. Falls nicht möglich wird die verstorbene Person mittels einer Überführungs-Tragebahre auf den Friedhof/ins Krematorium gebracht, wo das Einsargen stattfindet. Natürlich dürfen auch Privatkleider angezogen werden. Die Angehörigen können beim Einsargen zu Hause behilflich sein. Bestatter stehen den Angehörigen auch darüber hinaus helfend zur Verfügung.

Gewaltdelikt

Bei einem Gewaltdelikt Unfall oder Suizid ist die Polizei zu verständigen.

Grab

Erdbestattungsgrab, Urnengrab, Urnengemeinschaftsgrab, Urnennischengrab, Gruft, Ehrengrab der Anatomie, Baumgrab oder Familiengrab; Jedes Grab hat Vor- und Nachteile. Wichtig ist zudem der emotionale Aspekt für die Angehörigen. Auch eine Bestattung in der Natur, zu Hause oder im Garten ist möglich.

Grabstein, Grabmal, Platte

Die Grabmahlunternehmen werden sich nach einer Karenzzeit bei Ihnen bewerben oder Sie nehmen mit einem Unternehmen Ihrer Wahl Kontakt auf.

Grabpflege

Je nach Grabart bedarf es einer anderen Grabpflege. Dabei kann der Friedhof, ein Friedhofgärtner oder ein Gärtnereibetrieb beauftragt werden. Angehörige können es selbstverständlich selber besorgen. Bei manchen Gräbern wird keine Grabpflege benötigt.

Inventaramt

Siehe Erbschaftsamt

Kremation

Eine Kremation muss beim Bestattungsamt mit der zivilstandesamtlichen Bescheinigung angemeldet werden. Dabei gibt es Fristen zu beachten.

Kündigen von Verträgen

Informieren Sie die Vertragspartner des/der Verstorbenen und kündigen Sie alle Verträge:

  • AHV-Ausgleichskasse
  • Pensionskasse
  • Banken
  • Versicherungen (Hausrat, Leben etc.)
  • Krankenkasse
  • etc.

Auch laufende Verträge müssen überprüft und wo nötig gekündigt werden.

  • Mietvertrag
  • Elektrizität
  • Radio-/TV-/Telefon-Anschluss
  • Kreditkartenverträge
  • Leasingvertrag
  • Zeitungs- und Zeitschriftenabonnements
  • Mitgliedschaften (z.B. Vereine)
  • Rückerstattungen einfordern von ÖV-Abos (Halbtax / GA)
  • etc.

Leidmahl

Oft gehen Angehörige und/oder Trauergäste nach einer Beisetzung oder Trauerfeier gemeinsam etwas Essen oder Trinken.

Leidzirkulare

Oft bleibt wenig Zeit, einen Text zu verfassen und zu drucken. Für die individuelle Abfassung, die richtige Gestaltung der Texte sind Ihnen Bestatter behilflich oder die Erstellung erfolgt zusammen mit Angestellten des Bestattungsamtes/der Gemeinde/des Zivilstandsamtes. Der Text des Leidzirkulares und der Todesanzeige sind oft identisch.

Musik

Die Trauerfeier kann mit Musik umrahmt werden. Das kann ein Orgelspiel oder ein anderes Instrument sein. Es gibt aber oft auch die Möglichkeit Musik ab CD zu spielen.

Obduktion

Wenn eine Obduktion angeordnet wird, sucht der Pathologe Antworten zu Todeszeit, Todesursache und Todesart geklärt. Das kann einige Tage in Anspruch nehmen. Der oder die Verstorbene darf bestattet werden, sobald diese rechtsmedizinische Untersuchung abgeschlossen ist.

Sarg und Urne

Bei der Wahl des Sarges und der Urne werden Sie beraten. Je nachdem ob Kremation, Erdbestattung und Grabart fällt die Wahl anders aus.

Spenden

Oft besteht der Wunsch, eine gemeinnützige Institution zu berücksichtigen. In der Regel lassen die Institutionen Ihnen eine Verdankung mit der Übersicht der eingegangenen Spenden zukommen.

Sterbevorsorge zu Lebzeiten

Siehe Bestattungsvorsorge.

Suizid

Bei einem Suizid, Unfall oder einem Gewaltdelikt ist die Polizei zu verständigen. Bei Unfall oder Suizid beteiligt sich i.d.R. die Unfallversicherungsgesellschaft (falls der/die Verstorbene im Arbeitsprozess war) an den Bestattungskosten.

Teilungsamt

Siehe Erbschaftsdienst

Todesanzeige

Oft bleibt wenig Zeit, einen Text zu verfassen und bei der Zeitung aufzugeben. Für die individuelle Abfassung, die richtige Gestaltung der Texte sowie für die Disposition bei der Zeitung sind Ihnen Bestatter behilflich oder die Erstellung erfolgt zusammen mit Angestellten des Bestattungsamtes/der Gemeinde/des Zivilstandsamtes. Der Text des Leidzirkulares und der Todesanzeige sind oft identisch.

Trauerfeier

Die Trauerfeier koordinieren Sie mit dem/der zuständigen Geistlichen oder Bestattungsredner/Rednerin und dem Bestatter, resp. der Einwohnergemeinde/dem Bestattungsamt. Sie legen zusammen den Ablauf, die musikalische Umrahmung fest, besprechen alle Einzelheiten und organisieren es.

Trinkgelder

Dort, wo Trinkgelder angebracht sind, werden die betreffenden Personen oft mit einem Trinkgeld bedacht.

Überführungen

Eine Überführung im Inland ist nur mit einem Spezialfahrzeug, aber ohne zusätzliche Bewilligung möglich. Für Auslandüberführungen sind die internationalen Bestimmungen zu beachten, wobei je nach Fall der Strassen-, Schienen- oder Luftweg benutzt wird.

Umbetten

Die verstorbene Person wird in einem einfachen Sarg auf den Friedhof oder in das Krematorium überführt. Auf Wunsch kann später ein anderer Sarg ausgewählt und die verstorbene Person umgebettet werden. Die Bestatter bringen den gewünschten Sarg in die Aufbahrungshalle.

Unfall

Bei einem Unfall, Suizid oder einem Gewaltdelikt ist die Polizei zu verständigen. Bei Unfall oder Suizid beteiligt sich i.d.R. die Unfallversicherungsgesellschaft (falls der/die Verstorbene im Arbeitsprozess war) an den Bestattungskosten.

Versicherungen

Nicht der Arzt, sondern das zuständige Zivilstandsamt stellt den amtlichen Todesschein auf Bestellung aus. Krankenkasse, AHV, Pensionskasse usw. sollten Sie mit dem amtlichen Todesscheins benachrichtigen.

Zivilstandsamt

Das Zivilstandsamt des Ortes, an dem der Tod eingetreten ist, stellt eine Bestattungsbewilligung aus. Siehe auch unter „Behörden und Ämter“