Welche Bestattungsformen möglich sind

In der Schweiz wird die Kremation immer häufiger als Bestattungsform gewählt. Dies ermöglicht ganz individuelle Formen und unterschiedliche Orte der Beisetzung.

Trauerkranz über offenem Urnengrab mit Urne

Feuerbestattung

Statt Feuerbestattung ist der Ausdruck Kremation üblicher, selten ist der Begriff Einäscherung. Das Wort kremieren stammt übrigens aus dem Lateinischen cremare, verbrennen.

Die Kremation ist heute die häufigste Bestattungsform. Selbst in katholisch geprägten Gemeinden nimmt sie zu. Oft beeinflussen auch finanzielle Überlegungen den Entscheid für eine Kremation.

Der früheste Zeitpunkt einer Kremation nach Eintritt des Todes ist kantonal geregelt. In den meisten Kantonen beträgt die Totenruhe 48 Stunden, im Kanton Tessin 24 Stunden.

Urnen

Nach der Kremation wird die Asche in einer Urne gesammelt. Einige Krematorien verarbeiten die verbrannten Knochenteilchen zu einem feinen Granulat.

  • Beschaffenheit: in der Regel aus Holz, Ton oder Kupfer
  • Schmuckurnen: auf Wunsch aus anderen Materialien
  • Grabruhe: in der Regel 20-25 Jahre

Je nach Grabart wird eine andere Urne benötigt. Für eine Seebestattung, eine Naturbestattung, ein Gemeinschaftsgrab oder auch je nach Friedhofsreglement bedarf es unterschiedlicher Urnen.

Der Bestatter oder die Angehörigen holen bei Bedarf die Urne mit der Asche der verstorbenen Person im Krematorium ab. Falls die Beisetzung auf dem Friedhof des Krematoriums vorgenommen wird, werden Angehörige vom Bestatter und/oder Friedhofsgärtner begleitet.

Beisetzungsorte

Die Urne mit der Asche steht den Angehörigen zur freien Verfügung. Natürlich wird ein würdevoller Umgang mit ihr vorausgesetzt. So kann die Urne:

  • auf einem Friedhof (auch einer anderen) Gemeinde
  • oder im eigenen Garten beigesetzt
  • oder zu Hause aufbewahrt werden

Es ist auch möglich, die Asche auszustreuen:

  • in einem See, Fluss oder im Meer
  • in Feld, Wald und Wiese
  • in den Bergen
  • oder an einem anderen, würdevollen Ort

Wichtig ist, dass ein Bezug zum/zur Verstorbenen besteht – wo auch immer die Asche beigesetzt wird. Leere Urnen werden im Krematorium wieder zurückgenommen.

Erdbestattung

Der Sarg wird auf einem Friedhof in ein Grab gelegt. Die Grabruhe ist kantonal geregelt und beträgt im Schnitt 25 Jahre.

Gemeinsam mit Urnen

In der Regel können Urnen nachträglich in einem bestehenden Sarggrab beigesetzt werden. Die ordentliche Ruhezeit des Sarggrabes wird dadurch aber nicht verlängert. Das Umbetten einer älteren Urne kann auch im Rahmen einer bevorstehenden Erdbestattung stattfinden.

Wer eine auf einem Friedhof beigesetzte Urne exhumieren und in ein Sarggrab umbetten will, braucht eine Bewilligung. Üblicherweise steht diesem Wunsch jedoch nichts im Weg.

Gruftbestattung

Die Gruftbestattung (Gruft von griech. Krypta: unterirdischer Kirchenraum) ist eine besondere Form der Beisetzung. Der oder die Verstorbene wird in einem Sarg mit Zinkeinlage und Druckluftfilter eingesargt und findet seine Ruhe in einer Gruft. Das heisst, der Sarg wird nicht in der Erde beigesetzt, sondern kommt in einen eigens dafür bestimmten Raum. Meistens ist sie unterirdisch. Eine Gruft kann aber auch oberirdisch in einem Mausoleum oder einem Hochgrab angelegt sein. In der Regel werden in Gruften mehrere Särge und Urnen beigesetzt.

Diese Form der Bestattung kennt man in der Schweiz vor allem in der Romandie, im Tessin und in Klöstern.

Bestattungswünsche

Der letzte Wille begleitet einen Menschen in den Tod. Diesen Willen zu erfüllen ist ein wichtiger Liebesdienst. Dazu zählen auch Bestattungswünsche, die Sie am besten noch zu Lebzeiten mit Ihren Angehörigen besprechen.

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